Litterärisches Gespräch - Milieu und Witz: Die Schriftstellerin Alice Berend (1875-1938)
Ein Vortrag von Margret Greiner (München)
Alice Berend wuchs in einem großbürgerlichen jüdischen Haushalt in Berlin auf. Schon früh begann sie zu schreiben, erst als Journalistin, als Stückeschreiberin für ein Kindertheater, schließlich als Romanautorin. Ihre Schwester Charlotte wurde eine Malerin, Schülerin und Ehefrau von Lovis Corinth. Zwischen 1912 und 1933 erlebte die Erfolgsautorin eine Millionenauflage ihrer Romane, die durch kenntnisreiche, ironisch durchwirkte Schilderung des Berliner Kleinbürger-Milieus bestechen. Berends Protagonistinnen kämpfen mit Witz und praktischer Lebensweisheit um den sozialen Aufstieg. Als Jüdin durfte Alice Berend in Nazideutschland nicht mehr publizieren, zog sich nach Italien zurück und starb verarmt 1938.
Die Autorin Margret Greiner wird aus dem Roman „Frau Hempels Tochter (Neuauflage 2025) lesen und über Leben und Werk der Autorin referieren, die wesentlich mehr war als eine „Trivialschriftstellerin“.