Litterärisches Gespräch - Lina Morgenstern – Die Geschichte einer Rebellin
Ein Vortrag von Gerhard Rekel (Berlin)
Hochmodern muten die Errungenschaften von Lina Morgenstern an: Als Jüdin in Preußen gründete sie die Volksküchen, initiierte über 30 Vereine zur Unterstützung von Frauen in Notlagen und half, den Fröbel-Kindergarten nach England zu exportieren. Akribisch recherchiert gibt Gerhard J. Rekel Einblick in den schier unerschöpflichen Tatendrang einer bis dato kaum beleuchteten Ausnahmefigur. Für Frauen hat das 19. Jahrhundert Heim, Herd und Gott vorgesehen. Doch Lina Morgenstern stellt sich raffiniert gegen diesen Lebensentwurf. An Zensur und Patriarchat vorbei initiiert sie die erste Zeitung ausschließlich von Frauen für Frauen und den ersten „Internationalen Frauenkongress“ auf deutschem Boden. In zahlreichen Archiven entdeckte Gerhard J. Rekel neue Details und lässt das außergewöhnliche Lebenswerk einer mutigen Unternehmerin und feministischen Wegbereiterin lebendig werden.
Gerhard J. Rekel, absolvierte die Filmakademie Wien, ist Drehbuch- und Romanautor, Regisseur von Wissenschaftsdokus für ARTE, ZDF und andere Sender.